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Poetry Slam im Literaturkurs

Liebe Poetry Fans,

im Rahmen unseres Literaturkurses haben wir einen Poetry-Slam – Dichterwettkampf – veranstaltet. Jeder Teilnehmer hat dabei wenige Minuten, um das Publikum mit seinen selbstgeschriebenen Texten zu unterhalten und für sich zu gewinnen.

Die ersten Poetry Slams fanden übrigens in den 1980er Jahren in Chicago (USA) statt. Mittlerweile ist das Phänomen einer breiten Öffentlichkeit bekannt und es finden sogar Meisterschaften statt, bei denen die erfolgreichsten Slammer aufeinandertreffen.

Bevor es jedoch bei uns soweit war, haben wir uns zunächst an unterschiedlichen Gedichtformen wie z.B. Elfchen, Siebener, Akrostichon oder Haiku versucht. Im Folgenden findet ihr eine Auswahl unserer prämierten Werke.

Viel Vergnügen wünscht euch der Literaturkurs Q1 von Frau Heß

Freiheit

Freiheit ist vielfältig, doch niemals eindeutig.

Freiheit ist für jeden etwas Anderes

und doch für alle das Gleiche.

Freiheit ist, selbst entscheiden zu können, was man ist,

was man werden will, werden kann, werden sollte.

Freiheit ist Liebe und Freiheit ist die Entscheidung zu treffen, niemanden zu lieben.

Freiheit ist Individualität und doch ist sie zugleich die Entscheidung, sich zu verstellen; sich (in der Masse) zu verbergen – ein anderer Mensch zu sein.

Eure Freiheit ist euer und dennoch nicht euer allein.

Ihr beeinflusst Menschen mit dem, was ihr entscheidet – mit dem, wie eure Freiheit aussieht.

Wie kann dann eure Freiheit, meine Freiheit sein?

Jennifer Oepen

Müdigkeit

Wisst ihr, auf was wir im Leben wirklich verzichten könnten? Müdigkeit!

Damit meine ich die Müdigkeit, vor dem Beginn eines neuen Tages.

Ich meine die Müdigkeit, inmitten eines Tages; die Müdigkeit, die dich überrumpelt, die dich

Wünschen lässt, du wärst einfach nicht da – einfach weg.

Diese Müdigkeit, die dich wünschen lässt, dass du eine andere Person wärst,

ein anderes Leben führtest.

Dass du diese elendigen Aufgaben und Pflichten – diese elendige Verantwortung nicht aufgezwungen bekämest, dieses elendige Leben nicht leben müsstest … dass du einfach (weiter-)schlafen könntest. 

Ja, ich meine die Müdigkeit, die jeder von euch schon einmal gespürt hat, jeder von euch schon einmal verdammt hat und in der sich jeder von euch bereits einmal verloren hat.

Wer braucht diese Gefühl?

Dieses Gefühl, nicht aufstehen zu wollen, keinen Kontakt haben zu wollen, nicht das machen zu wollen, was von dir verlangt wird.

Wer braucht dieses Gefühl, nicht lebendig sein zu wollen – sich einfach im Bett einzurollen und die Augen verschließen zu können.

Nein, wisst ihr, was wir im Leben wirklich nicht brauchen? MÜDIGKEIT!

Doch ohne Müdigkeit, werden wir vielleicht NIE merken,

wie schön es ist, sich LEBENDIG zu fühlen und uns dadurch zu STÄRKEN.

                                                                                                                                              Jennifer Oepen

London

Ich beobachte die vielen verschiedenen Menschen

Sind diese Menschen so hektisch wie es scheint?

Hektik nimmt einem so oft die Freude

Die Freude daran, seine Umgebung zu beobachten

London

Ich beobachte die vielen verschiedenen Menschen

                                                                                Romina Hille       

Unser Europa

Europa zerfällt in viele Stücke,

es entsteht eine große Lücke.

Großbritannien ist raus,

doch wer kennt sich da noch aus?

Der Erdoğan der will rein,

doch dafür ist seine „Demokratie“ zu klein.

Die Ära-Merkel geht bald zu Ende.

Was passiert dann mit Europa – Wende?

Respekt, Vielfalt und Toleranz

sind für Orban, Le Pen und Höcke

doch nur Firlefanz.

In Vielfalt sind wir geeint 

und deshalb:

lasst uns alle EINS sein!

Lasst uns alle STARK sein!

Lasst uns alle ZUSAMMEN sein!

Lasst uns 500 Millionen ein Europa sein! 

                                                                                    Furkan Efe

Gelsenkirchen,

Ich komme aus dieser Stadt –

Ist sie nicht wunderschön?

Mit dem schönen Ausblick über die Skyline- unsere Halden.

Es geht hier um die Menschen, die diese Stadt ausmachen.

Gelsenkirchen,

die Stadt die uns glücklich macht.

Nico Amirthanatha

Gelsenkirchen.

Ich laufe durch die erstickenden Straßen.

Wird der Müll je weniger werden?

Der Gestank, die Scherben, der Abfall, die Trümmer, der MÜLL –

er wird niemals weniger werden. Er wird nur mehr.

Gelsenkirchen.

Ich laufe durch die erstickenden Straßen…

Jennifer Oepen

Die Vergangenheit,

die kennen wir

Ereignisse von wilden Tieren

Unterdrückung war normal

Todeszahlen waren katastrophal

Schockierende Taten überall

Kolosseum mit großen Kämpfern

Heiden waren auch sehr finster

Legionen von Generälen

Abstrakt große Germanen

Nicht zu vergessen die Osmanen

Die Vergangenheit hat viele Namen

Gegenwart – Zukunft?

Finn Wielgosz

Betäubt

Meine Gefühle sind betäubt

Wie oft wurde ich schon enttäuscht

Meine Gefühle sind betäubt

Wer von den tausend Menschen war ein echter Freund

Meine Gefühle sind betäubt

Mein Leben ist wie ein Labyrinth

Aus dem ich keinen Ausweg find

Lieb zu jedem, doch hasse mich selbst

Das Lachen zerfällt, Böses sich vorn Spiegel gesellt

Und wenn ich lache, fresse ich die Schmerzen in mich rein

Isoliere mich von meinem Heim

Mama, es tut mir so leid

Denn sie erkennt ihren Sohn nicht mehr

Sie fragt: „Wo kommt es nur her?“

Verändere mich sehr

Teure Uhren, doch niemand hält die Zeit an

Ich bin nicht im Einklang

Und fühle mich doch so einsam

Dennoch – das alles hat mich ernährt

Das Gute und die Schmerzen haben mich gelehrt

Und WIR werden immer älter und älter

Jeden Tag –

Und manche sind schon …

Elias Mal

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