Debattieren als Chance – Gastbeitrag von Nick Junkereit (Q1)

Als Vertreter unserer Schule nahm ich am diesjährigen digital ablaufenden Regionalwettbewerb von „Jugend debattiert“ teil. Meine Erfahrungen, warum ich es nur weitempfehlen kann, sich dieser Herausforderung zu stellen und warum ich es als Chance sehe, schildere ich im folgenden Bericht.
Nick Junkereit (Q1)
Debattieren als Chance
Als ich mich eine Woche vor Wettbewerbsbeginn entscheiden musste, ob ich denn nun teilnehmen möchte oder nicht, zögerte ich immer noch. Immerhin war es so, dass ich mir bereits die Tage davor intensiv Gedanken über eine Teilnahme machte. Der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe war, dass ich „Jugend debattiert“ als eine Chance gesehen habe. Als Chance in vielfältiger Hinsicht. Eine Debatte mit interessanten Personen in meinem Alter über eine Streitfrage zu führen, die uns alle bzw. uns als Gesellschaft betrifft, erschien mir sehr abwechslungsreich und bemerkenswert und sprach mich dahingehend an.
Eine Woche vor Wettbewerbsbeginn erhielten wir dann die Streitfrage: „Soll der Online-Handel verpflichtet werden, Retouren wieder oder weiter zu verwerten?“. Eine Frage, auf die wir besonders in der heutigen Zeit alltäglich stoßen. In dieser Woche der Vorbereitung erweitert jeder der Teilnehmer*innen die entsprechende Sachkenntnis über die Streitfrage. Man sammelt Eindrücke, lernt, eine Frage aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten und erfährt somit auch viel über sich gegenüberstehende Positionen.
Nun war es so weit, der Tag des Debattierens war gekommen. Aufgeregt und gut gelaunt betrat ich den aufgrund der momentanen Situation online ablaufenden Wettbewerb via Zoom. Nach der Einführung erfuhr ich, dass ich die Position Contra 1 einnehmen werde, was bedeutet, dass ich mit einer weiteren Person dagegen argumentieren muss, während zwei weitere Schüler*innen dafür argumentieren. Nach kurzer Absprache mit meiner Mitstreiterin begann die von Juror*innen und einem Zeitwächter begleitete Eröffnungsrede von jeder/m Einzelnen. Der erste Teil der Debatte war also geschafft. Was folgte war die „Freie Aussprache“, in der man weitere Argumente einbringt und – wichtig – auf die Argumente der anderen Personen eingeht und versucht mit seiner/m Mistreiter*in zusammen zu argumentieren. Im dritten und letzten Teil der Schlussrede, hat jede/r Teilnehmer*in nochmal eine Minute lang Zeit, im Licht aller genannten Argumente die Streitfrage erneut und abschließend zu beantworten. Erleichtert und froh berichteten und schilderten wir uns zu viert unsere Erfahrungen, die wir während der Debatte sammelten. Unterdessen werteten die Juroren*innen die Ergebnisse aus.
„Jugend debattiert“ war eine ganz besondere und außergewöhnliche Erfahrung für mich, die einem nicht nur hilft, Sachkenntnisse über ein Thema oder einen Sachverhalt zu gewinnen, sondern für sich selbst auch ein Konzept zu entwickeln, wie man an zukünftige Streitfragen herangeht. Man erweitert seinen eigenen Horizont, realisiert, wie viele verschiedene Positionen und Antworten es auf eine Frage gibt und lernt, sich eine eigene Meinung zu bilden. Wer sich sprachlich weiterentwickeln möchte, indem er sein Ausdrucksvermögen, seine Überzeugungskraft und seine Gesprächsfähigkeit verbessert, sich freut neue Kontakte zu knüpfen bzw. interessante Leute kennenzulernen und Interesse daran hat, seine eigene Persönlichkeit zu entfalten, dem kann ich eine Teilnahme nur empfehlen.
Mein besonderer Dank gilt Herrn Pimenov, mit ihm tauschte ich mich aus, er schlug mich für „Jugend debattiert“ vor, ermutigte mich zu einer Teilnahme und hielt mir den Rücken frei. Außerdem danke ich Frau Fernandes für ihre Ermutigung. Frau Heß, sie hielt mir den Rücken ebenfalls frei, so dass ich mich vorbereiten konnte und ich danke allen meinen Fachlehrer*innen und Beratungslehrer*innen für ihr Verständnis. Danke an alle, die mir die Daumen gedrückt haben!
Nick Junkereit (Q1)

