Sie befinden sich hier: Startseite > Schwerpunkt Toleranz > Umgang mit der NS-Zeit >  Eröffnung der Hermann-Neudorf-Ausstellung

Bewegende Eröffnung der Herman Neudorf-Ausstellung

Ein beeindruckendes und vielfältiges Programm hatten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern für die sehr gut besuchte Eröffnung der Herman Neudorf-Ausstellung in der Gesamtschule Horst erarbeitet.

Schulleiter Rolf Steinwede begrüßte den heute 87jährigen Herman Neudorf dank moderner Technik live an seinem Wohnort im fernen Halendale Beach in Florida. Der ehemalige Schüler Neudorf erinnerte sich gut daran, dass sich in dem Raum, in dem ab dem vergangenen Freitag die Aus­stellung gezeigt wird, in den späten dreißiger Jahren die Aula des dama­ligen Realprogymnasiums befand.

Hermann  Neudorf und Lebensgefährtin Anna Ostrowiak

Video-Telefonie via Internet machte es mög­lich: Herman Neudorf und Lebens­gefährtin Anna Ostrowiak, beide überlebten den Holo­caust, verfolgten die Eröff­nung live vom hei­mi­schen Florida aus.

Anschließend erklang in dem fast überfüllten Raum die "Hebräische Melodie" des jüdischen Komponisten Joseph Achron, von Michah Weissinger (Geige) und Andreas Fliege (Klavier) ergreifend und hinge­bungs­voll into­niert. Es folgten einfühlsam gespielte Theaterszenen, welche die Ver­haf­tung des damals 13jährigen Herman Neudorf aus dem Schul­unter­richt und die Abschiebung nach Polen nachstellten.

Eine weitere Gruppe Schülerinnen und Schüler thematisierte das Projekt Stol­per­steine des Bild­hauers Gunter Demnig. Herman Neudorf und Lebensgefährtin Anna Ostrowiak zeigten sich sichtlich ergriffen und bedankten sich bei allen Beteiligten. Das Programm schloss mit einer Ansprache von Andreas Jordan, der die Ausstellung eröffnete.

Die Ausstellung wird bis zum 9. November in der Gesamtschule Horst gezeigt, Schülerinnen und Schüler erläutern als "Ausstellungsguides" die insgesamt vierzehn Tafeln. Interessierte melden sich bitte beim Sekretariat der Gesamtschule Horst an, Telefon (0209) 4503012. Eine Abschlussveranstaltung findet am 9. November ab 16 Uhr statt, hier ist der Besuch ohne Voranmeldung möglich.

Text und Fotografien von Andreas Jordan (Gelsenzentrum)

Auch die WAZ veröffentlichte einen Artikel anlässlich der Eröffnungsfeier.